2020 – Ein Jahr der Herausforderungen für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie

 

Sie gehört zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau. Im vergangenen Jahr produzierte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie mit durchschnittlich 73.730 Beschäftigten (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) Maschinen und Dienstleistungen im Wert von 16,9 Mrd. Euro.

 

Für 2020 erwartet der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) einen Produktionsrückgang von 18 Prozent. „Der Nachfragerückgang, der bereits im zweiten Halbjahr 2018 einsetzte, habe 2019 richtig Fahrt aufgenommen“, so Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, anlässlich der Jahrespressekonferenz am 13. Februar 2020 in Frankfurt am Main. Das zweistellige Minus von mehr als einem Fünftel habe den Auftragsbestand abgeschmolzen und bestimme nun die Entwicklung 2020. Da keine schnelle Erholung zu erwarten sei, werde sich die nationale Durststrecke noch länger fortsetzen. Die Produktion wird sich also nur langsam erholen und eine Weile brauchen, um wieder das Niveau der vergangenen Jahre zu erreichen.

Im internationalen Ranking hat die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ihre Spitzenposition in den Top 3 gehalten. Auf Basis vorläufiger Daten für die Top-20-Produzenten hat der VDW für 2019 einen Rückgang der internationalen Produktion ohne Teile und Zubehör um 3 Prozent auf 72,1 Mrd. Euro berechnet. Im Spitzentrio konnte nur China mit 2 Prozent zulegen. „Im Vergleich zu früheren Wachstumsraten nimmt sich das nur sehr bescheiden aus“, relativiert Prokop.

 

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind Top-Themen der Werkzeugmaschinenindustrie. Den größten Hebel werde in Zukunft die digitale Vernetzung bieten. Der drahtlose Zugang zu Informationen in Echtzeit sind ein Schlüssel für die Optimierung von Fertigungsprozessen, Kapazitäten, Energie- und Rohstoffverbräuchen.

 

In Sachen Nachhaltigkeit präsentiert sich die Branche selbstbewusst. Werkzeugmaschinen deutscher Herkunft gehören schon heute zu den nachhaltigsten Produkten, die es derzeit gibt. Sie zeichnen sich durch lange Nutzungsdauer aus. Für alle Komponenten der Maschinen gibt es über lange Zeit hinweg Ersatzteile. Für die Steuerungskomponenten garantieren die Lieferanten Software-Updates für mehrere Generationen. Werkzeugmaschinen werden eher generalüberholt und als Gebrauchtmaschinen wiederverkauft, als dass sie ausrangiert werden.