Ein kleines Virus sorgt für große Belastungen

Den Maschinenbauern in Deutschland steht ein noch schwierigeres Jahr bevor als erwartet.

Zu den spürbaren Belastungen wie Handelskonflikte, weltwirtschaftliche Schwäche oder Strukturwandel im Automobilbau gesellt sich nun auch noch das Corona-Virus mit seinen nicht absehbaren Folgen für die Gesamtwirtschaft hinzu.

 

„Die Ausbreitung des Corona-Virus wirft uns spürbar zurück. Selbst unter der Annahme, dass sich die Lage im zweiten Halbjahr entspannt und die Geschäfte wieder besser laufen, werden wir die zusätzlichen Rückgänge in diesem Jahr nicht mehr wettmachen können. Soweit das heute überhaupt berechenbar ist, erwarten wir für 2020 ein reales Produktionsminus von 5%“, schätzt VDMA-Präsident Carl Martin Welcker die Situation ein.

 

Forderungen nach sofortigem Handeln der Bundesregierung werden jetzt laut. Dass in den Betrieben Kurzarbeit nun deutlich schneller eingeführt werden kann und die Sozialbeiträge für Ausfallstunden vollständig von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden können, hält der VDMA für richtig und wichtig.

 

„Aber die neuen Kurzarbeitsregelungen müssen selbstverständlich für alle Betriebe gelten. Der Maschinenbau wurde hier bisher vergessen. Viele Unternehmen kämpfen seit Monaten mit Unterauslastung und brauchen dringend eine praktikable Lösung für eine Verlängerung der Kurzarbeit, die nicht zuletzt aufgrund der Pandemie notwendig ist“, fordert Welcker. Entsprechend darf im „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ die Kurzarbeit nicht an umfassende Weiterbildung geknüpft werden. „Wir haben im Augenblick ganz andere Sorgen. Ein Zwang zu einer formalistischen Weiterbildung geht an der Realität völlig vorbei“, mahnt Welcker. Die mittelständischen Maschinenbaubetriebe seien selbst an einer kontinuierlichen Weiterbildung ihrer insgesamt rund 1,3 Millionen Beschäftigten interessiert. „Dazu braucht es keinen staatlichen Zwang, der uns noch mehr Bürokratie aufbürdet“, resümiert der VDMA-Präsident.