Die Natur als Vorbild.

Ein aktuelles Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Biotechnologie der RWTH Aachen geht der Frage nach, wie man mit Konzepten aus der Biologie von den Auswirkungen einer volatilen Umwelt profitieren kann.

Eine Eigenschaft von komplexen Systemen sind schwer nachvollziehbare oder unbekannte Ursache-Wirkungszusammenhänge. Daher treten in vielschichtigen Produktionsprozessen oder Wertschöpfungsnetzwerken unvorhergesehene Störungen auf. Mit zunehmender Volatilität steigt das Risiko unerwarteter, negativer Ereignisse. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen fertigende Unternehmen daher den Herausforderungen unvorhersehbarer Störungen gezielt begegnen.

Das Konzept der Antifragilität - als Gegensatz der Fragilität - stellt einen Lösungsansatz für diese Herausforderung dar. Dieses Phänomen ist in der Biologie weit verbreitet. Beispielsweise wächst unser muskuläres System unter zunehmender Belastung. Unser Immunsystem wird gestärkt, indem wir es Stressoren, z.B. einer Impfung, aussetzen.

Künstliche Intelligenz als Transmitter

Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ergeben sich Möglichkeiten, Mechanismen aus der Natur auf technische Systeme zu übertragen. Im Rahmen einer Projektförderung erforschen Experten der RWTH Aachen seit Juni, wie Prinzipien der Antifragilität mithilfe von Methoden der KI für die Produktion nutzbar gemacht werden können.

„Während Unsicherheiten in produktionstechnischen Systemen deren Stabilität gefährden, kann mit dem Konzept der Antifragilität erstmals erforscht werden, wie diese Systeme mit noch mehr Unsicherheiten und Volatilität sogar besser werden“, erklärt Dr. Daniel Trauth, Leiter der Abteilung Digitale Transformation am Lehrstuhl für Biotechnologie.

Ziel des Projektes ist deshalb die Entwicklung eines Umsetzungskonzeptes für ein Antifragilitäts-Management für technische Systeme. Das Umsetzungskonzept soll anschließend anhand von ausgewählten Use-Cases in einem interdisziplinären Folgeprojekt realisiert werden.

Unternehmen, die Interesse an Antifragilität in technischen Systemen haben, sind herzlich eingeladen, Dr. Daniel Trauth zu kontaktieren, um das Thema zu diskutieren oder an entsprechenden Forschungsvorhaben mitzuwirken.

www.wzl.rwth-aachen.de