Digitalisierung ist längst kein Schlagwort mehr. Sie ist im Alltag der modernen Industrie angekommen. Neben IoT, Cloud und KI gewinnen vor allem zwei Technologien zunehmend an Bedeutung: Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Doch welchen Nutzen bringen sie im industriellen Umfeld?
In den letzten Jahren haben sich Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) zu faszinierenden Technologien entwickelt, die nicht nur in der Gaming-Welt für Aufsehen sorgen, sondern auch immer mehr Einzug in die Arbeitswelt halten.
Virtual Reality bezieht sich auf eine computergenerierte Umgebung, die es Nutzern ermöglicht, in eine vollständig künstliche Welt einzutauchen. Mithilfe spezieller VR-Brillen werden visuelle und auditive Reize erzeugt, die dem Nutzer das Gefühl geben, tatsächlich an einem anderen Ort zu sein. Augmented Reality oder erweiterte Realität hingegen bezieht sich auf die Überlagerung von digitalen Informationen auf die reale Umgebung des Nutzers. Jedes fünfte Unternehmen nutzt laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag von Bitkom Research (2024) bereits einzelne VR- oder AR-Anwendungen. 57 % glauben, dass Virtual Reality große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens hat, bei Augmented Reality liegt der Anteil bei 48 %. Gerade für mittelständische Unternehmen eröffnen sich durch VR und AR neue Möglichkeiten, Prozesse effizienter, sicherer und zukunftsfähiger zu gestalten.
Virtuelle Schulungen
VR und AR ermöglichen es, Mitarbeitende in einem sicheren, virtuellen Raum mit Maschinen und Prozessen vertraut zu machen. Sie können Abläufe beliebig oft üben, Fehler machen – ohne reale Konsequenzen – und so schneller und nachhaltiger lernen. Durch Tablets oder Datenbrillen erhalten sie Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder wichtige Zusatzinformationen direkt ins Sichtfeld eingeblendet – ein Training, das mehr Sinne anspricht als herkömmliche Lernmethoden.
Prototyp-Entwicklung
In Bereichen der Produktentwicklung können VR und AR verwendet werden, um virtuelle Prototypen zu erstellen und Designentscheidungen zu treffen. Durch die räumliche Visualisierung können Mitarbeiter Produkte in 3D erkunden und potenzielle Probleme identifizieren, bevor physische Prototypen erstellt werden.
Effiziente Wartung und Reparatur
AR zeigt auch in der Instandhaltung seine Stärken: Statt dicker Handbücher erhalten Techniker über AR-Brillen visuelle Hinweise, welche Bauteile zu prüfen oder auszutauschen sind. Durch diese direkte visuelle Integration von digitalen Inhalten in die reale Umgebung werden die Fehlerdiagnose und die Behebung von Problemen erheblich vereinfacht.
Arbeitssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit
VR und AR bieten die Möglichkeit, Mitarbeiter in Umgebungen zu trainieren, in denen Trainings normalerweise unmöglich wären. Sei es, weil sie entweder viel zu gefährlich oder viel zu teuer sind.
Darüber hinaus positionieren sich Unternehmen, die auf diese Technologien setzen, als moderne Arbeitgeber und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit. Auch für die Nachwuchsgewinnung sind sie ein Pluspunkt: Junge Menschen, die mit digitalen Tools aufgewachsen sind, schätzen moderne Lern- und Arbeitsmethoden und sehen in solchen Technologien einen echten Mehrwert.
Herausforderungen bewusst managen
Selbstverständlich bringen neue Technologien nicht ausschließlich Vorteile, sondern auch Herausforderungen mit sich. Die Einführung von AR- und VR-Lösungen erfordert Investitionen in Hardware, Software und Schulungen. Auch der Datenschutz muss berücksichtigt werden, insbesondere bei der Videoübertragung oder beim Umgang mit sensiblen Betriebsdaten. Und auch die Auswirkungen auf die Arbeitsplatzkultur und -ethik sowie auf die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden ist zu berücksichtigen.