Der Wirtschaftseinbruch aufgrund der Corona-Pandemie ist deutlich spürbar. Schon im April haben die deutschen Maschinenbau-Unternehmen ein Drittel weniger Aufträge verzeichnet als im selben Monat des Vorjahres. Um die Herausforderungen der kommenden Zeit zu meistern, müssen Forschung und zukunftsweisende Technologien schnell zur Anwendung gebracht werden.

 

Mit der Aktion „Produktion jetzt!“ stellt das Fraunhofer IWU 40 Innovationen zur Kostensenkung und zur Steigerung der Produktivität vor. Sie sind sofort in Unternehmen einsetzbar und sollen die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

So steht beispielsweise für die Optimierung bestehender Technologien ein Ultraschall-Schwingsystem für Bohr- und Fräswerkzeuge zur Verfügung, das die Bearbeitung von Metallen wesentlich erleichtert. Der Clou: Bestehende Bearbeitungszentren lassen sich damit ohne großen Aufwand nachrüsten. Exemplarisch für die effizienten Eigenentwicklungen des Institutes steht das „SEAM-Verfahren“ und der darauf basierende weltweit schnellste Industrie-3D-Drucker für Hochleistungskunststoffe.

Das Expertenteam am Fraunhofer IWU ist seit fast 30 Jahren der Motor bei der Entwicklung wettbewerbsfähiger Produktionstechnologien. Die Forscherinnen und Forscher haben viel Erfahrung bei der schnellen Umsetzung neuester Erkenntnisse zur Verbesserung und Optimierung von Fertigungswegen und -verfahren in Unternehmen weltweit.

„Als Forschungsinstitution sehen wir uns ganz besonders in der Pflicht, den vor uns liegenden Modernisierungsschub zu unterstützen“, so Institutsleiter Professor Drossel. „Wir suchen die direkte Zusammenarbeit mit Unternehmen und sind offen für Anfragen.“

Webinare für die industrielle Produktion

Zur Aktion „Produktion jetzt!“ zählen Webinare und Online-Fortbildungen, in denen die Expertinnen und Experten des Fraunhofer IWU Unternehmen ausgewählte Anwendungen näherbringen. Eine Übersicht der angebotenen Webinare, die in den kommenden Wochen stattfinden, gibt’s hier:

https://www.iwu.fraunhofer.de/de/veranstaltungen-und-messen/webinare.html

©https://unsplash.com/ Scott Graham

Die Industrie 4.0 treibt die digitale Transformation von Unternehmen weiter voran. Viele technischen Anforderungen wie vernetzte Technologien, Automatisierung oder künstliche Intelligenz werden heute an die Arbeitswelt gestellt. Nicht jedem Unternehmen fällt es leicht, diese Herausforderungen zu bewältigen. Doch die Corona-Zeit hat dafür gesorgt, dass viele digitale Prozesse beschleunigt werden.

Aufgrund der Kontakteinschränkungen und Reiseverbote hat die Seco Akademie Online-Seminare rund um die Zerspanung entwickelt. Interessierte können direkt von ihrem Arbeitsplatz oder aus dem Homeoffice eine Auswahl an aktuellen Themen kennenlernen. Die Teilnahme wird durch ein onlinefähiges Endgerät sowie ein Headset ermöglicht. Die neuen, für begrenzte Zeit kostenlosen Online-Seminare richten sich an alle, die ihr Fachwissen erweitern möchten. Die Seminare sind live und dauern einschließlich Fragerunde mit den Seco-Zerspanungsexperten jeweils 45 bis 60 Minuten.

Ziel des Online-Projektes ist es, neue Informationskonzepte zur Verfügung zu stellen und im direkten Austausch eine langfristige Verankerung der Materialien zu erzielen. Derzeit sind noch bis Anfang Juli 14 Online-Seminare geplant. Zu den Inhalten gehören unter anderem: 

 

  • Auswahl von Drehwendeplatten
  • Verschleißarten beim Drehen
  • Alternatives Fräsverfahren: Hochvorschubfräsen
  • Drehen gehärteter Stähle

Weitere Infos unter www.secotools.com

©https://www.nachwuchsstiftung-maschinenbau.de/

Viele Unternehmen müssen innerhalb kürzester Zeit ihre Prozesse und Abläufe an die dramatischen Entwicklungen infolge der Corona-Krise anpassen. Dazu zählt auch die Berufsausbildung. Doch wie gelingt es, Auszubildenden trotz der herausfordernden Situation Inhalte unabhängig vom Ausbildungsbetrieb zur Verfügung zu stellen?

Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau (NWS MB) fördert mit ihrer Lernplattform „Mobile Learning in Smart Factories (MLS)“ das digitale Lernen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung. „Als Nachwuchsstiftung Maschinenbau sehen wir uns in der Verantwortung, unsere Unternehmen und ihre Auszubildenden in dieser schwierigen Situation aktiv zu unterstützen“, erklärt NWS MB Standortleiter Andre Wilms.

Wesentliche Motivation für die Entwicklung der MLS-Plattform war es, die Berufsausbildung zu vereinfachen und zu digitalisieren. Mit wenigen Klicks können Ausbilder Aufgaben erstellen, die individuell auf den Wissensstand ihrer Azubis zugeschnitten sind. Mit Lernzielkontrollen wie Multiple-Choice-Tests, Fachbegriffsabfragen oder Lückentextbearbeitung besteht die Möglichkeit, den Lernfortschritt zu überprüfen und zu dokumentieren. Dies vereinfacht die Betreuung der Auszubildenden und schafft wertvolle zeitliche Ressourcen im Ausbildungsalltag. Außerdem dient die MLS-Plattform dazu, dass Azubis ihre Fähigkeiten mit Blick auf eigenständiges und gemeinsames Arbeiten ausbauen können.

Seit der Markteinführung 2018 setzen bereits mehr als 100 Unternehmen und Berufsschulen auf MLS – darunter die Deutsche Bahn, Andreas Stihl, Mahle International, Miele oder Rolls Royce. Nachdem die Nachwuchsstiftung Maschinenbau Mitte März 2020 die Industrie über das Angebot zur kostenfreien Nutzung der MLS-Plattform informiert hat, löste sie einen wahren Ansturm an Anfragen aus.

Das Angebot steht allen Ausbildungsbetrieben bundesweit zur Verfügung. Sie können die MLS-Plattform uneingeschränkt, kostenfrei und ohne automatische Vertragsbindungen zunächst bis zum Beginn der Sommerferien nutzen.

Interessenten melden sich bitte per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter Tel. +49 7071 795 286 57 bei der Nachwuchsstiftung Maschinenbau.

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Den Maschinenbauern in Deutschland steht ein noch schwierigeres Jahr bevor als erwartet.

Zu den spürbaren Belastungen wie Handelskonflikte, weltwirtschaftliche Schwäche oder Strukturwandel im Automobilbau gesellt sich nun auch noch das Corona-Virus mit seinen nicht absehbaren Folgen für die Gesamtwirtschaft hinzu.

 

„Die Ausbreitung des Corona-Virus wirft uns spürbar zurück. Selbst unter der Annahme, dass sich die Lage im zweiten Halbjahr entspannt und die Geschäfte wieder besser laufen, werden wir die zusätzlichen Rückgänge in diesem Jahr nicht mehr wettmachen können. Soweit das heute überhaupt berechenbar ist, erwarten wir für 2020 ein reales Produktionsminus von 5%“, schätzt VDMA-Präsident Carl Martin Welcker die Situation ein.

 

Forderungen nach sofortigem Handeln der Bundesregierung werden jetzt laut. Dass in den Betrieben Kurzarbeit nun deutlich schneller eingeführt werden kann und die Sozialbeiträge für Ausfallstunden vollständig von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden können, hält der VDMA für richtig und wichtig.

 

„Aber die neuen Kurzarbeitsregelungen müssen selbstverständlich für alle Betriebe gelten. Der Maschinenbau wurde hier bisher vergessen. Viele Unternehmen kämpfen seit Monaten mit Unterauslastung und brauchen dringend eine praktikable Lösung für eine Verlängerung der Kurzarbeit, die nicht zuletzt aufgrund der Pandemie notwendig ist“, fordert Welcker. Entsprechend darf im „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ die Kurzarbeit nicht an umfassende Weiterbildung geknüpft werden. „Wir haben im Augenblick ganz andere Sorgen. Ein Zwang zu einer formalistischen Weiterbildung geht an der Realität völlig vorbei“, mahnt Welcker. Die mittelständischen Maschinenbaubetriebe seien selbst an einer kontinuierlichen Weiterbildung ihrer insgesamt rund 1,3 Millionen Beschäftigten interessiert. „Dazu braucht es keinen staatlichen Zwang, der uns noch mehr Bürokratie aufbürdet“, resümiert der VDMA-Präsident.

© zerspanungstechnik.de / Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW

 

Sie gehört zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau. Im vergangenen Jahr produzierte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie mit durchschnittlich 73.730 Beschäftigten (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) Maschinen und Dienstleistungen im Wert von 16,9 Mrd. Euro.

 

Für 2020 erwartet der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) einen Produktionsrückgang von 18 Prozent. „Der Nachfragerückgang, der bereits im zweiten Halbjahr 2018 einsetzte, habe 2019 richtig Fahrt aufgenommen“, so Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, anlässlich der Jahrespressekonferenz am 13. Februar 2020 in Frankfurt am Main. Das zweistellige Minus von mehr als einem Fünftel habe den Auftragsbestand abgeschmolzen und bestimme nun die Entwicklung 2020. Da keine schnelle Erholung zu erwarten sei, werde sich die nationale Durststrecke noch länger fortsetzen. Die Produktion wird sich also nur langsam erholen und eine Weile brauchen, um wieder das Niveau der vergangenen Jahre zu erreichen.

Im internationalen Ranking hat die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ihre Spitzenposition in den Top 3 gehalten. Auf Basis vorläufiger Daten für die Top-20-Produzenten hat der VDW für 2019 einen Rückgang der internationalen Produktion ohne Teile und Zubehör um 3 Prozent auf 72,1 Mrd. Euro berechnet. Im Spitzentrio konnte nur China mit 2 Prozent zulegen. „Im Vergleich zu früheren Wachstumsraten nimmt sich das nur sehr bescheiden aus“, relativiert Prokop.

 

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind Top-Themen der Werkzeugmaschinenindustrie. Den größten Hebel werde in Zukunft die digitale Vernetzung bieten. Der drahtlose Zugang zu Informationen in Echtzeit sind ein Schlüssel für die Optimierung von Fertigungsprozessen, Kapazitäten, Energie- und Rohstoffverbräuchen.

 

In Sachen Nachhaltigkeit präsentiert sich die Branche selbstbewusst. Werkzeugmaschinen deutscher Herkunft gehören schon heute zu den nachhaltigsten Produkten, die es derzeit gibt. Sie zeichnen sich durch lange Nutzungsdauer aus. Für alle Komponenten der Maschinen gibt es über lange Zeit hinweg Ersatzteile. Für die Steuerungskomponenten garantieren die Lieferanten Software-Updates für mehrere Generationen. Werkzeugmaschinen werden eher generalüberholt und als Gebrauchtmaschinen wiederverkauft, als dass sie ausrangiert werden.

Vom 10. bis 13. März 2020 findet die 21. METAV als führende Fachmesse für die Technologien der Metallbearbeitung in Düsseldorf statt. In diesem Jahr mit einer Premiere: Am 12. März geht das 1. „mav Innovationsforum Düsseldorf“ mit Unterstützung des VDW im Rahmen der METAV an den Start. Beim Innovationsforum finden parallele Vortragssessions zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten statt: von Werkzeugmaschinen und Werkzeugen über Robotik, Automation und Software bis hin zu Maschinenelementen sowie additive Fertigung. Ziel ist, eine Brücke zwischen Theorie (Forum) und Praxis (Messe) zu schlagen sowie Innovationen breit in den Markt zu tragen.

Eines der Themen ist die Entwicklung von Manufacturing Execution Systems (MES) zu Manufacturing Operations Management-Lösungen, sprich die Erweiterung eines MES in Richtung Internet of Things. Manufacturing Operations Management (MOM) legt den Schwerpunkt auf die Digitalisierung von Prozessen und Informationen. In weiteren Vorträgen geht es um die Maschinenverkettung mit mobilen Robotersystemen oder darum, wie die Anforderungen an mechatronische Systeme in den produzierenden Maschinen präzise und leistungsstark erfüllt werden. Detaillierte Informationen zum Programm sind in den kommenden Wochen unter metav.de zu finden. Wer die METAV besucht, sollte sich das Innovationsforum und damit die neue Plattform für zukunftsweisenden Wissensaustausch nicht entgehen lassen.

Schroer Beitrag

Messtechnik und neue Technologien als Schlüsselfunktion

In der Werkzeugfertigung wird ein hohes Maß an Qualität und Präzision verlangt. Worauf es bei der Fertigung von Präzisionswerkzeugen ankommt, zeigen Aussteller auf der METAV 2020.

Werkzeuge sollten ihre Aufgabe mit einem Höchstmaß an Produktivität und in hoher Qualität liefern. „Besondere Herausforderungen für die Fertigung ergeben sich bei speziell anzufertigenden Sonderwerkzeugen, wie spezifisch angepasste Stufen- oder Feinbohrwerkzeuge. Bei diesen Werkzeugen ist häufig entscheidend, wie schnell sie realisiert werden können“, so Prof. Dirk Biermann, Leiter des Instituts für Spanende Fertigung (ISF) der Technischen Universität Dortmund.

Damit Werkzeughersteller Forderungen nach kürzeren Lieferzeiten für Sonderwerkzeuge gerecht werden können, haben führende Werkzeughersteller in der Vergangenheit enorme Fortschritte erzielt. Besonders die additive Technik hat viele Vorteile. Bierbaum ergänzt: „Darüber hinaus sind gezielte Entwicklungen von großer Bedeutung, zum Beispiel in Form einer geeigneten Schneidkantenpräparation oder Schichtnachbehandlung. Ziel ist dabei, die Präzisionswerkzeuge gerade für die Bearbeitung von anspruchsvollen Höchstleistungswerkstoffen richtig auszulegen.“

Thomas Feile, Versuchsingenieur bei der Mapal Dr. Kress KG sagt: „Natürlich bedarf es bei der Fertigung von µm-genauen Werkzeugen eines modernen Maschinenparks und hochqualifizierter Mitarbeiter, unter anderem beim Schleifen der Werkzeuge.“ Ein weiterer Aspekt, der für den Präzisionswerkzeughersteller sehr wichtig ist, besteht in der Durchgängigkeit der Daten und damit im prozesssicheren Austausch von Dateien und Informationen, beispielsweise aus der Konstruktion, der Arbeitsvorbereitung und aus der Fertigung.

Mit neuen Lösungsansätzen die Leistungsfähigkeit erweitern

Ein wichtiges Thema in der Werkzeugfertigung sind innovative Technologien. Thomas Feile betont: „Wir möchten für unsere Kunden das bestmögliche Produkt fertigen. Deshalb setzen wir auch auf neue Lösungen. Ein Beispiel dafür ist die additive Fertigung, mit der wir unter anderem unsere Hydrodehnspannfutter hinsichtlich Temperaturbeständigkeit und Geometrie erheblich optimiert haben.“

 

 

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Klimapolitik bietet Chancen für Produktionstechnik

Die aktuelle Klimapolitik kann als Chance für die Produktionstechnik in Deutschland gesehen werden. Politiker sollen den Transfer von neuen Technologien beschleunigen, das fordert die WGP.

Ein bedeutendes Ziel der Industrie sowie der Bundesregierung ist es, gegen den Klimawandel vorzugehen. Prof. Berend Denkena, Präsident der WGP und Leiter des Instituts Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz-Universität Hannover erläutert: „Für die Umstellung auf erneuerbare Energien und eine umweltgerechtere Produktion braucht es jedoch auch gesetzliche Vorgaben für einen schnellen Transfer der neuen Technologien in die Unternehmen. Nur dann können wir das 2-Grad-Klimaziel erreichen. Darüber hinaus könnten die Innovationen zu einer großen Marktchance für unseren Mittelstand werden.“

Der Zusammenschluss führender produktionstechnischer Professoren Deutschlands (WGP) forscht an ressourcen-und energieeffizienten Technologien sowie Produktionsprozessen. Anfang Oktober zeigten Professoren neue Wege für eine umweltgerechte Industrie auf dem WGP Jahreskongress. 

Umstellung auf regenerative Energien

Spätestens bis 2050 sollen 80 Prozent des Energiebedarfs in Deutschland aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Um diese Ziele zu erreichen, forschen zahlreiche WGP Institute an unterschiedlichen Projekten. „Wenn wir den Energiebedarf der Industrie mit dem bekanntermaßen schwankenden Angebot erneuerbarer Energien synchronisieren, sind drastische Einsparungen sowie Steigerungen der Effizienz möglich – und das bei sinkendem CO2-Ausstoß“, erklärt Prof. Eberhard Abele. Abele ist im WGP-Präsidialausschuss und leitet das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt.

 

 

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Dr. Ivan Iovkov erhält Otto Kienzle-Gedenkmünze

Dr. Ivan Iovkov erhält die Otto Kienzle-Gedenkmünze von der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik. Besonders sein wissenschaftlicher Scharfsinn sowie sein interdisziplinäres Denken wurden gewürdigt.

Der Nachwuchsforscher Dr. Ivan Iovkov nahm die renommierte Otto-Kienzle-Gedenkmünze der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik entgegen. WGP-Präsidiumsmitglied, Prof. Peter Nyhuis überreichte Dr. Iovkow den Preis und betonte: „Mit seinem wissenschaftlichen Scharfsinn und seinem interdisziplinären Denken hat Dr. Iovkov nicht nur in seiner Dissertation neue Wege für die zerspanende Produktion aufgezeigt.“

Ein übergeordnetes Ziel Iovkovs ist eine umweltfreundliche und effiziente Produktion. „Grundlagenforschung betreibe ich nur selten zum Selbstzweck. Wichtig sind für mich immer ein praktischer Ansatz, der uns weiterbringt, hin zur Produktion von morgen – und der Blick über den Tellerrand des Zerspaners.“, so Iovkov.  Schon während seines Studiums am Institut für Spanende Fertigung (ISF) der TU Dortmund bewies der heute 34 jährige Iovkov Erfindergeist. Gemeinsam mit seinem HiWi-Vater Dr. Michael Kersting entwickelte er in den Jahren 2006 bis 2009 einen magnetorheologischen Torsionsschwingungsdämpfer, eine mit Magnetspulen ausgestattete Kupplung. In dieser befindet sich Öl mit magnetischen Partikeln. Bei Veränderungen des Magnetfeldes kann man die Konsistenz der Flüssigkeit verändern. Dadurch können Schwingungen, die besonders in langen Werkzeugen beim Tiefbohren entstehen, verringert oder vollständig vermieden werden.

Perfekte funktionierende Bohrachsen trotz reduziertem KSS

Seine Promotion widmete Iovkov dem Kühlschmierstoff (KSS) in der Zerspanung. Hiermit werden neuen Methoden geschaffen, um den Verbrauch deutlich zu reduzieren. „Ich möchte die Trockenbearbeitung bzw. die Minimalmengenschmierung voranbringen, weil sie großes Potenzial zur Reduzierung der hohen Umweltbelastung durch den KSS haben“, erläutert Iovkov.

Schroer Praezision Jugendsonderschau

Jugendsonderschau auf der EMO Hannover zieht Auszubildende an

Vom 16. bis zum 21. September haben circa 4000 Schülerinnen und Schüler auf der EMO Hannover, der Weltmesse für Metallbearbeitung, mit ihren Lehrern die Chance, sich über eine Ausbildung in Metallberufen sowie deren Anforderungen zu informieren. Die Top-Themen der EMO Hannover sind dieses Jahr Digitalisierung und Vernetzung, was bis zu der Berufsausbildung zukünftiger Fachkräfte in der Metallbearbeitung ausstrahlt. 

Ziele der Jugendsonderschau

Zusammen mit 18 namhaften Partnern wie Steuerungsanbietern, Maschinenherstellern, Werkzeug- und Komponentenherstellern, präsentiert die Nachwuchsstiftung Maschinenbau am Beispiel einer Prozesskette, wie ein Formel-1-Modellwagen entsteht. „Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dass Auszubildende als Ausbildungsbotschafter auftreten“, erläutert Andre Wilms, Standortleiter Nord der Nachwuchsstiftung Maschinenbau und verantwortlich für die Organisation der Sonderschau Jugend.

Ein weiteres Ziel der Nachwuchsstiftung Maschinenbau beinhaltet die Unterstützung von Lehrern und Ausbildern bei der Ausbildungsgestaltung basierend auf neusten technologischen Entwicklungen. Zusätzlich wird am Jugendsonderstand der EMO Hannover eine Qualifizierungsoffensive, konzipiert für Lehrer und Ausbilder in Nordrhein-Westfahlen, vorgestellt. In acht Modulen werden Themen, die durch Industrie 4.0 immer wichtiger werden, praxisnah vermittelt:  IT Security, Smart Maintenance, Prozessanalyse,CAx-gestützte Fertigung, vernetzte Fertigungssysteme, intelligente Produktion mit CPS, additive Produktion, Arbeit 4.0: Organisation von Arbeitsprozessen.

„Als Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe ist es uns ein Anliegen, Fachkräften und insbesondere Auszubildenden inmitten des digitalen Wandels einen Wissenstransfer zu ermöglichen, der in der Praxis umsetzbar ist. Die angebotenen Modulreihen bieten hierfür eine sehr gute Plattform, an der wir uns mit Engagement beteiligen“, erklärt Dr. Benedikt Nolte, IWT Institut e.V., Lemgo, Entwicklungspartner für die Qualifizierungsoffensive.

Die Jugendsonderschau der Nachwuchsstiftung Maschinenbau auf der EMO 2019 findet in Halle 25, am Stand A01 statt.

Schroeer lizensiertes Bild EMO 09 2019Die EMO Hannover ist Weltleitmesse der Metallbearbeitung

Vom 16. bis 21. September stellen auf dem Messegelände in der Stadt Hannover rund 2.000 Aussteller die gesamte Bandbreite der Metallberatbeitungstechnik vor. Von Werkzeugmaschinen über Präzisionswerkzeuge und Automatisierungskomponenten bis hin zu Systemen mit kundenorientierter Ausrichtung. 

Auf 180.000 Quadratmeter werden auch in diesem Jahr über 130.000 Besucher erwartet. Die EMO Hannover findet alle zwei Jahre statt und richtet sich ausschließlich an Fachbesucher.

Besonderheiten in diesem Jahr

Wie bereits auf der letzten EMO steht das Thema „Digitalisierung“ in einem besonderen Licht. Im September richtet sich die Messe im Rahmen der Jugendsonderschau vor allem an junge Brancheninteressierte. Während der Sonderschau wird Auszubildenden und Ausbildern gezeigt, wie beide Seiten in Sachen Digitalisierung fit gemacht werden können und wie dieser Aspekt den Ausbildungsberuf wieder spannender und attraktiver macht. 

Außerdem sind weiterhin additive Verfahren voll im Trend - der 3D-Druck steht an der Schwelle zur Serienfertigung. Die EMO Hannover 2019 zeigt im Bereich „additive manufacturing“ ein breites Spektrum an gefertigten Werkstücken. 

Rahmenprogramm

Die EMO Hannover gilt bereits seit mehreren Jahren als das wichtigste Innovationsforum für die Branche der Metallbearbeitung. Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Sonderschauen, Foren und Konferenzen angeboten. 

So wird es einen „Industrie 4.0“-Bereich für Interessierte geben. Darüber hinaus lockt die EMO mit einer internationalen Konferenz zum Thema „additive manufacturing“ und dem Forum „New Technologies - Future Opportunities“. 

Für Ausbilder und Auszubildende legt die EMO in diesem Jahr einen besonderen Fokus. Neben der Jugendsonderschau gibt es internationale B2B-Meetings und Karriereberatungsmöglichkeiten. 

Erstmals findet dieses Jahr die Verleihung des Sonderpreises „Digitale Innovationen in der Produktion“ im Rahmen des Gründerwettbewerbs statt. Der Gründerwettbewerb ist übrigens eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Prämiert werden bei dem Sonderpreis innovative Geschäftsideen, die auf modernen Kommunikations- und Informationstechnologien basieren. 

Die Preisverleihung findet am 17. September statt.